| Luxembourg: Einwohner: 400.000 |
| Die
Sprachsituation in Luxembourg ist ziemlich verwirrend:
wer eine sauber zweisprachige Region a la Bozen/Südtirol
oder Brüssel erwartet, wird enttäuscht, nicht
Zweisprachigkeit sondern ein auf den ersten Blick
kunterbuntes Durcheinander erwartet den Besucher: So sind in Luxembourg-Stadt die Strassennamen nur einsprachig französisch, während sie in Vianden und Esch-sur-Alzette französisch und deutsch sind, in Wasserbillig an der Grenze zu Deutschland aber französisch und im letzebuerger (mosel-fränkischen) Dialekt. Die Buchhandlung heisst zwar 'Librarie du Marché' und die Aufschriften auf den Regalen ("Romane", "Nachschlagewerke", "Haus + Garten") sind auch auf französisch, doch ein willkuerlicher Griff ins Regal wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein deutschsprachiges Buch zu Tage fördern. Im Restaurant ist die Speisekarte auf französisch, und weder die Rezeption noch der Ober des Hotels in dem sie absteigen, spricht angeblich auch nur ein Wort deutsch, aber an der Rezeption liegt die Luxemburger Lokalpresse aus, und die ist - ebenso wie die einzigen zwei Wochenillustrierten des Landes - auf deutsch. Die lokalen Privatsender funken zwar auf letzebuergisch (und z.T. auf französisch), doch man wundere sich nicht, wenn aus den Lautsprechern im Restaurant SWR4 oder der belgisch (franz.) BelRTL ertönt. An der ersten Kreuzung wird man auf französisch vor dem nahenden Bahnübergang gewarnt, kaum 50 Meter weiter nur (noch) auf deutsch... In Echternach wechseln deutsche und französische Warnschilder 'vor dem Hunde' oder 'Ausfahrt Freihalten' vor Privatgrundstücken sich ab. Das einzig Konsequente scheinen die Ortsschilder zu sein: der Ortsname in deutsch-französischer Schreibweise und darunter im Dialekt. |
BK Februar 2001
terug naar de hoofdpagina / zurück zur Startseite (=Merkwuerdige Grenzen)
terug naar de hoofdpagina / zurück zur Startseite (= Belgische Sprachgrenze)