Reisebericht:
Von Luxembourg-Stadt an die Obermosel: Schengen (L), Perl (D) und Apach (F)
Sa.: Um 07.24 h ex Rotterdam Centraal mit dem "Internationale trein" nach Brussel-Noord/Bruxelles-Nord über Roosendaal (NL), Antwerpen (B) und Mechelen (B)
Ankunft 09.14 Uhr
09.46 h gings weiter ab Br.- N(o)ord über Namur (B) und Arlon (B) nach Luxembourg (L).
Ankunft: 12.39 Uhr.
Und dies ist auch gleich der längste (und langweiligste) Teil der Reise, da dies eben eine lange Strecke durch die Ardennen ist. Zwar hält der Zug noch mal in so "berühmten" Orten wie Jemelle, Marloie und Libramont, aber das sind keine wirklichen "IC-Städte", mehr Kleinstädte; aber gut, in den knapp 2 Std. zw. Namur (B) und Arlon (B) (Arel auf letzebürgisch ) gibt es eben keine grossen Städte.
Nach Ankunft am Gare de Luxembourg, gleich ein Tagesticket der CFL zu eur 4,60 (!) gekauft (Oeko-Biljee gelt een dag) und mit CFL-Bus 175 nach Mondorf-Les-Bains (L) und von da gleich in den CFL-Bus 185 nach Schengen (L)
Doch Pustekuchen: eine Haltstelle zu früh ausgestiegen in Mondorf und der Bus war weg: Wartezeit 58 Minuten.
Doch kein Grund zum Ärgern: jetzt konnte ich mir noch mal die bes. Grenzsituation zw. Mondorf (L) und Mondorff (F) ansehen, und jetzt bei angenehmen 21 Grad und Sonne.
Und dieser Grenzverlauf ist so besonders, dass man sich diesen auch zwei order dreimal ansehen kann. And I should know: Ich habe einiges gesehen
Pont
de la Frontière à Mondorf, route de Luxembourg/Letzeburger
strooss
Noch ein kurzer Imbiss und Besuch bei einer Filiale der "Banque Générale du Luxembourg S.A." und die Stunde war schnell vorbei.
Ankunft in Schengen um 15.00 Uhr, jenem berühmten Ort also, der gerade mal 460 Einwohner hat, und den vor 1990 niemand kannte
Schengen selber sehr übersichtlich und ausser dem "Schengener Schlass/Château de Schengen" und "Le Kochhaus" und der allg. malerischen Lage im Tal mit Weinanbau (Schengen liegt entlang der Route du Vin / Wéistrooss) gibt es wenig zu sehen. Wäre da nicht noch das "Monument de LAccord de Schengen" am "Europaplaz/Place de lEurope". Selbiges auch im Marco Polo Führer abgebildet. Von dort sind es durch die rue du château/Beim Schlass nur wenige Schritte zum Schloss. Alles sehr kompakt also
Monument
de l' Accord de Schengen, place de l' Europe
Von Schengen sind es nur 500 m Luftlinie bis Frankreich und 200 m Luftlinie bis Deutschland! Jawohl, das riecht nach Dreiländereck!
Also durch die "rue de
la Moselle/Mousel-strooss" zur Brücke und über die
selbige "Moselle/Mousel" bzw. (you
guessed it) Mosel auf deutsch, zur deutschen Seite.
In der Brückenmitte wird die luxemburgische N3 zur deutschen B407.
Am Moselufer gegenüber von Schengen liegt Perl, Kreis Merzig (Kfz.: MZG) im Bundesland Saarland. Der Ort selber liegt etwa 1 km von der Mosel entfernt auf einer Anhöhe, lose Bebauung aber auch unten am Moselufer.
Blick
auf Perl, Obermosel (Saarland)
Auch die DB-Bahnstrecke Trier-Konz-Perl verläuft mehr oder weniger direkt am Moselufer, sodass man vom Schengener Ufer den Bahnhof der Kleinstadt Perl sehen kann, und von der Brücke aus noch viel besser.
Also dann mal die Bahnhofstrasse
hochgelaufen, vorbei an einem freistehendenSupermarkt zur City:
Perl = nett, aber auch übersichtlich. Der "Palais
von Nell" und der gleichnamige Park entlang der "Biringer
Strasse" durchaus sehenswert; eine Kirche, eine
nette Fussgängerzone, das Hotel zur Post,
aber ansonsten nichts Besonderes.
Zeit für den Abstieg ins Tal und zurück zur Bundesstrasse, jetzt aber nicht geradeaus über die Brücke, sondern links abgebogen. Entlang der B419 gibt es leider keinen echten Fussweg, sodass ich kurz im Grassstreifen latschen musste.
Zudem sind Bauarbeiten, es wird ein neuer Verkehrskreisel angelegt, und die letzten Reste der Grenzabfertigung werden beseitigt: In dem Gebäude mit den Abfertigungslucken, wo früher wohl Bundesgrenzschutz und Zoll sassen, ist jetzt ein Döner-Imbiss, die Abfertigungsspuren wurden kurzerhand zum Parkplatz umgepinselt.
Da die Zollgebäude hinter der Kreuzung liegen, war dies also früher die Abfertigung für die Ausreise nach Luxembourg (rechts abbiegen nach Abfertigung) bzw. auch nach Frankreich (geradeaus). Da ich weder auf luxemburgischer noch franz. Seite irgendwas gesehen habe, was an Abfertigung erinnert, schätze ich mal, dass das Gebäude für alle drei Länder war.
Also kurzer Fussweg geradeaus, bereits nach ein paar 100 Metern kam das Europaschild mit der Aufschrift "France" und ein Wechsel des Strassenbelages: Die B 419 wird zur N153.
Kurz vor diesem Schild rechts abgebogen und der Schildern Schleuse/Ecluse" gefolgt, denn es galt ja noch zum Dreiländereck zu kommen. Ein Feldweg: zur rechten ein Strassenbauhof mit Schutt, Vorrat und Baggern. Deutsche Schilder (Betreten verboten) und Kfz.Kennzeichen. Um zur Schleuse zu kommen (und zur Mosel) muss man noch die eben beschriebene Bahntrasse überqueren (logisch!), hier an diesem unbeschrankten Bahnübergang aber Schilder nur auf französisch. (Danger de mort, ne touchez pas les cables usw. usw.) Trotz Sichtweite zum Bauhof musste ich also soeben die unsichtbare Grenze überquert haben.
Vor mir nun der Schleusenkomplex, zur rechten eine Barracke, aus der Leute mit Bierflaschen schleppten: ein "Mini-Markt" für Binnenschiffer direkt am Wasser. Hier gabs neben Propangas und Binnenschiffahrtszeitungen, auch Postkarten. Gleich gekauft. Alles auf deutsch: der Besitzer wollte mir auch 45 ct. Marken der Dt. Post andrehen, ich war also unbemerkt wieder auf deutschem Gebiet.
Büro
an der Schleuse am Dreiländereck
Der Besitzer konnte zähneknirschend und leicht resignierend mitteilen, dass es "öfter" mal Fussgänger geben würde, die sich zu ihm verirrten auf der Suche nach dem Dreiländereck. Aber, so fügt er die Schultern hebend hinzu, das sei gar nicht markiert!
Nachdem ich ein paar Bilder vom unsichtbaren Dreiländerpunkt im Schleusenkomplex gemacht hatte, war es Zeit sich zu verabschieden, und zur Hauptstrasse zurückzukehren, die hier (ab dem o.g. Döner-Imbiss) "Am Dreiländereck" heisst, und auf der franz. Seite zur "route de Trêves" wird.
Jetzt aber weiter auf der franz. Seite in den ersten Ort: Apach. Typisch französich, viel grau, und wenig frische Farbe. Ein erstaunlicher Unterschied. Vom teuren und pico-bello sauberen Schengen, über das ebenfalls ordentliche Perl ins eher graue Apach.
Ville
d'Apach (Lorraine): route de Trêves
In der Ortsmitte auf der Tafel mit den Städtepartnerschaften war zu lesen, dass Apach scheinbar auch den letzebürgischen Namen "Opéch" hat.
Aha, sollten also luxemburgische Schengener, deutsche Perler und französ. Apacher sich untereinander alle im moselfränkischen Dialekt "lëtzebürgisch" unterhalten?!?
Bei strahlendem Sonnenschein zurück nach Schengen, und jetzt auf der luxemburgischen Seite des Schleusenkomplexes zur franz. Grenze. (Logisch, das geht ja auch ) Hier aber nur ein Foto gemacht, da ohne Bebauung und unspektakulär.
Dann mit Bus 185 nach Rémich/Reimech und von da in den Bus 175 nach Luxembourg-Gare jetzt aber über Wellenstein und Frisange/Freisëng, eine andere Strecke.
Mit (Stadt-)Bus 9 ab Luxembourg-Gare zum Hotel, draussen in Findel, über die Ortsteile Clausen und Neudorf eine sehr schöne Strecke. Ankunft +/- 20.00 Uhr
So.: Kein Grenzausflug an diesem Sonntag, sondern eine Monumententour: vom Gare de Luxembourg mit der Bahn nach Metz (Lothringen).
Analog meiner Trier-Reise ab Luxembourg vom letzten Jahr, gibt es auch hier eine spez. Tagesrückfahrkarte der CFL zu eur 15,20.
Um 09.56 Uhr mit Zug der franz. SNCF, der als "RE" auf den Hinweistafeln angezeigt wird. Ein SNCF Zug mit Silberpfeildesign, innen aber neue Bestuhlung.
Auf luxemburgischer Seite hält der Zug zwar nur in Bettembourg, auf franz. Seite aber fast überall.
Die Landschaft und Bebauung eindeutig französisch, die Sprache auch, aber die Ortsnamen klingen irgendwie "komisch". Erster Halt Héttange-Grande ("Gross-Hettingen?"), dann folgte Thionville, weiter durch Uckange (Ückingen?) und Hagondange (Hagendingen?) nach Metz.
Die Buchstabenkombination "tz" verrät ja auch, dass dies kein franz. Name ist. Abgesehen von Orts- und Flurnamen, die irgendwie nicht französisch klingen aber ist dies ganz normales Frankreich: es gibt auch nirgendwo deutsche Inschriften auf Kirchen oder hist. Gebäuden, alles ist genauso französisch wie Paris oder Lyon.
Wäre da nicht noch eine Ungereimtheit: die vielen deutschen Familiennamen in Metz:
U.a. gesehen "Cuisines Scherer", "Immeubles Henri Wurm", "assurances Kleinmann" und der lokale Grossbäcker, der div. Filialen im Metzer Raum hat: "Boulangerie Steinhoff"
Sehr auffallend, aber im Gegensatz zum Elsass keine deutschen Inschriften und kein alemannischer Dialekt oder ähnliches.
Ausführlicher Stadtrundgang bei strahlendem Sonnenschein: vom Bahnhof am Place du Général de Gaulle weiter zum Arsenal, Palais de Justice und der Esplanade mit herrlicher Aussicht ins Moseltal.
Weiter in die hist. Altstadt: Place de la Comédie mit dem Théâtre und der Préfecture. Gegenüber am place dArmes die Cathédrale St. Etienne und der Marché Couvert.
Etwas ausserhalb die Porte des Allemands (Deutsches Tor)
Alles sehr sehenswert. Und viele Touristen unterwegs, daher auch viele Läden (Bureau de Tabac) mit Lektüre und Ansichtskarten geöffnet. FNAC und Galeries Lafayette jedoch geschlossen.
Um 16.07 h mit dem EC (kommend aus Milano und Zürich) zurück nach Lux-Stadt mit Ankunft um 16.50 h und dann noch schnell zu Fuss in die Luxemburger City.
Um 18.21 h mit dem IC der SNCB über Brüssel zurück nach Rotterdam.
Ankunft 23.50 Uhr.
(c) BK 2003